Vom Reden zum Tun, vom Mund zur Hand
Vom Reden zum Tun
Vom Mund zur Hand
Liebe Gemeindeglieder,
Naturschutz und Erhalt der Artenvielfalt ist für viele Menschen in letzter Zeit ein viel diskutiertes, wichtiges Thema geworden. Oft wird dabei auf „die Politik“ geschimpft und auf nötige Maßnahmen „von oben“ verwiesen. Dabei wissen doch gerade wir hier „im Osten“, dass Veränderungen, Verbesserungen auch ganz im Kleinen, ganz „unten“ beginnen können. Buchstäblich vor der eigenen Haustür kann jeder einzelne sein Milliardstel zu Klima- und Umweltschutz leisten. Das Schöne daran: Es muss uns gar nichts kosten, im Gegenteil - wir sparen Zeit, Mühe und auch Material. Hier ein paar Beispiele für den Herbst:
- abgeblühte Blütenstände stehen lassen: An und in ihnen überwintern Insekten und ihre Eier, Larven oder Puppen, die sonst kompostiert würden. Sie schützen vor frühem Bodenfrost und sehen im Winter, insbesondere bei Reif, sehr schön aus. Vögel holen sich im Winter die Samen. Abschneiden dann im März, Material locker aufschichten, so schlüpfen die Insekten bis in den Juni. Dann erst kompostieren.
- Ab September Wiesen nicht mähen – auch an den Grashalmen überwintern Insekten, auch dies schützt Bodenlebewesen vor Frost und Austrocknung des Bodens.
- Laub liegen lassen oder nur unter die Sträucher rechen. Laub ist das „Gold des Gärtners“. Es schützt den Boden vor starkem Frost und nährt Bodenorganismen, die ganz kostenlos Humus daraus bilden. Man spart sich die Fahrt zum Verwerter und die Kosten der Abgabe.
- leere Flächen mit einheimischen Blühsträuchern oder Bäumen bepflanzen – in wenigen Jahren geben sie dem Garten Struktur, Nahrung und Unterschlupf für Insekten und Vögel sowie Schatten und Kühlung. Informationen zu Insektenfreundlichkeit, Standorteignung und Trockenheitsresistenz gibt es im Internet.
- Nistkästen ausräumen, säubern, reparieren und neue anbringen – natürlich nur sinnvoll, wo bereits ein natürliches Umfeld Nahrung und Lebensraum bietet.
- Möglichst keine den Boden versiegelnden Baumaßnahmen. Auch auf Rasengittersteinen kann das Auto gut stehen – im Sommer heizen sich gepflasterte Flächen stark auf, im Winter überfrieren sie schnell.
- Herbstferien: regional verreisen statt fliegen – wir haben sehr schöne Gegenden, wo wir Erholung, Spaß und Sportmöglichkeiten finden.
- Vorausschau auf den Winter: – bei Glätte mit Splitt oder Sand streuen, denn Salz schadet dem Bodenleben und landet, auf Jahrzehnte gedacht, irgendwann im Grundwasser.
Sie haben kein Haus oder Garten? – Schließen Sie sich einer Initiative an, nehmen Sie teil an Naturpflege-Aktionen wie Baumpflanzaktionen, Wiesenpflege und vielen anderen, z.B von Nabu, BUND oder auch dem Grünen Hahn.
Viele kleine Maßnahmen haben große Folgen, das wissen wir alle. Lasst uns Naturschutz und Erhalt der Artenvielfalt aktiv (er)leben.
Carolin Lötzsch
Foto: K Riemer