Themenführungen: Dachstuhl und Glocken des Freiberger Doms 21.03. und 18.04.2026
Themenführungen: Dachstuhl und Glocken des Freiberger Doms
Samstag, 21. März 2026 um 16 Uhr
Foto: Hanne Kaufmann / Freiberger Dom
Im Rahmen unserer Themenführungsreihe laden wir unsere Gäste am Samstag, dem 14. Mai 2022 um 16 Uhr zu einer Zeitreise der besonderen Art ein, denn ein Besuch des Daches im Freiberger Dom ist ein Erlebnis. Allein die gewaltigen Balken des Dachstuhles, die seit 500 Jahren unbeschadet das fünf Etagen hohe Satteldach des Domes tragen und die Konstruktion der Sparren flößen einem Respekt ein. Auch das Geläut des Freiberger Domes sticht durch mehrere Besonderheiten hervor. Es ist das drittgrößte Geläut in Sachsen, das einzige mit sechs Glocken und 4 davon stammen aus dem 15. Jahrhundert und wurden in der berühmten Gießhütte der Familie Hilliger gegossen. Domführer Rainer Bruha wird die Besonderheiten der Dachkonstruktion und des Geläuts erläutern.
Kosten: 9 € / erm. 7 € pro Person
Anmeldungen bitte telefonisch unter 03731-22598 oder per E-Mail unter verkauf@freiberger-dom.de.
Eintrittskarten sind im Domladen erhältlich. Eine Anmeldung zur Themenführung ist erforderlich, da die Teilnehmerzahl begrenzt ist.
Vorschau:
Samstag, 18.04.2026 um 16 Uhr – Themenführung „Dachstuhl und Glocken des Freiberger Domes“
Weitere Infos zu den Glocken
Gleich mehrere Besonderheiten verhelfen dem Freiberger Domgeläut zu großer Bedeutung. Es ist das drittgrößte Geläut in Sachsen, das einzige mit sechs Glocken. Vier davon stammen aus dem 15. Jhdt., sie wurden nach dem letzten großen Brand 1484, dem alle Glocken der Stadt zum Opfer gefallen waren, in der berühmten Gießhütte der Familie Hilliger gegossen. Glockensachverständige schreiben, dass „die große Glocke ein Instrument von erstklassiger Klangschönheit ist...Unter den mittelalterlichen Großglocken Deutschlands gehört sie zu den klanglich wertvollsten...Auffallend (ist)...die ungemein lebendige und frische Klangentfaltung vor allem der vier kleinen Glocken.“ Ebenfalls bemerkenswert ist der angenehme Eindruck, den das volle Geläut hinterlässt, obwohl es in seiner Disposition - zwei Bassglocken und ein vierstimmiges Cymbelgeläut - im mittelsächsischen Raum einmalig ist und gravierend abweicht von heutigen Richtlinien für neue Geläute.
Die Hilliger waren seit 1412 nachweislich als Gießer in Freiberg sesshaft. Oswald Hilliger baute die zweite Gießhütte der Familie am Petersplatz. Er goss nach dem Stadtbrand von 1484 sämtliche Glocken Freibergs neu. 1521 erhielt die Familie vom Magdeburger Kardinalerzbischof Albrecht von Brandenburg ihr Wappen, das einen Bär mit einem Tastzirkel zeigt. 1756 stirbt mit Gabriel Hilliger der letzte Glockengießer der Familie in Freiberg.
Eine große Gefahr für Geläute stellen Kriege dar, immer wieder wurden Glocken für Rüstungszwecke eingeschmolzen. In beiden Weltkriegen mussten auch Domglocken abgeliefert werden und kehrten glücklicherweise wieder zurück. Nur die kleinste Glocke, ebenfalls aus der Werkstatt der Hilliger, blieb nach 1945 verschollen. An ihrer Stelle läutet heute eine Schilling-Glocke aus Apolda.
Während der Rekonstruktion und Restaurierung des Geläutes 1996/97 wurden fehlende Kronenhenkel ergänzt und für die Glocke 1 eine komplett neue Krone gegossen und eingeschweißt. Durch den Neubau eines Eichenholzglockenstuhles wurde „ein Zustand hergestellt, der gestalterisch, akustisch und funktionell der Einheit entspricht, wie sie seit der Zeit der Spätgotik bis zum Beginn des 20. Jhd. zwischen Glocke, Glockenstuhl und Glockenarmatur bestanden hat“.
Foto: Pixabay