Kirche in Sachsen

Nach langer und intensiver Beratung hat die Kirchenleitung heute das Einvernehmen mit dem von Landesbischof Dr. Carsten Rentzing am 11. Oktober 2019 erklärten Verzicht auf sein Amt hergestellt. Damit entspricht sie dem Wunsch des Landesbischofs.

Mit Respekt nimmt die Kirchenleitung die Erklärung von Landesbischof Dr. Carsten Rentzing vom 11. Oktober 2019 zur Kenntnis, in welcher er formuliert: „Mein oberstes Ziel war und ist die Einheit der Kirche. Ich muss mit großem Bedauern feststellen, dass die aktuelle Diskussion um meine Person diesem Ziel schadet. Sie ist nicht nur für mich persönlich, sondern auch für die gesamte Kirche derzeit eine Belastung. Um Schaden von meiner Kirche abzuwenden, habe ich mich entschieden, mein Amt zum nächstmöglichen Zeitpunkt zur Verfügung zu stellen.“

Am  20. Oktober 2019 hat Landesbischof Dr. Rentzing zusätzlich folgende öffentliche Erklärung abgegeben:

„Liebe Schwestern und Brüder, der Beschluss, mein Amt zur Verfügung zu stellen, geschah aus eigener freier Entscheidung. Ich bin darin weder durch das Landeskirchenamt, noch durch die Kirchenleitung unter Druck gesetzt worden. Allerdings hatte ich zu diesem Zeitpunkt, angesichts der öffentlichen Diskussionen um meine Person, keine Gewissheit, ob ich der Einheit der Landeskirche im Amt des Bischofs weiter dienen kann. Diese Klärung und Entscheidung steht nun an diesem Montag an.

Die Kirchenleitung wird sie treffen unter der Maßgabe, die Einheit der Landeskirche wieder herzustellen. Ich werde diese Entscheidung respektieren, denn ich wollte sie selbst herbeigeführt haben. Und ich werde mich an dem Platz in diesem Prozess einbringen, den die Landeskirche für mich vorsieht. Mich von allem zu distanzieren, was in meinem früheren Leben dem Geist des Evangeliums vom Frieden, der Versöhnung und der Liebe Gottes zu allen Menschen widersprach, fällt mir leicht, da ich dies bereits vor über 25 Jahren gegenüber meinem Beichtvater getan habe. Ich erhoffe und erwarte aber von der Kirchenleitung auch ein Wort der Würdigung meines Dienstes in den letzten 22 Jahren und der Botschaft, die darin zum Ausdruck kam.

Versuche der politischen Instrumentalisierung meiner Person von links und vor allem rechts weise ich entschieden von mir. Sie schaden dem Evangelium meines Herrn Jesus Christus. All jene die mich unterstützen und ihre Hoffnung auf mich setzen, bitte ich mit mir gemeinsam den Weg des Respektes vor der Entscheidung der Kirchenleitung zu gehen.

Dr. Carsten Rentzing“

Daraufhin haben der Präsident und die Mitglieder des Kollegiums des Landeskirchenamtes  am heutigen Tag nochmals das Gespräch mit ihm gesucht und ihn im Urlaub angerufen. Vor dem Hintergrund seiner Erklärung an die Kirchenleitung wurde in diesem Gespräch noch einmal ausdrücklich nachgefragt, ob er damit seine Rücktrittserklärung zurücknehmen will, was der Landesbischof eindeutig verneint hat.

Die Kirchenleitung dankt Dr. Carsten Rentzing für seinen Dienst in der Leitung unserer Landeskirche, den er mit großem Engagement in den letzten vier Jahren geleistet hat. Er hat sich in schwieriger Zeit für die Einheit der Landeskirche verdient gemacht und das Amt des Landesbischofs auf geistliche und seelsorgerliche Weise ausgefüllt. Damit hat er viele Menschen in unserer Landeskirche erreicht und angesprochen. Mit hohem Respekt und großer Dankbarkeit blicken wir auf sein Wirken in unserer Landeskirche.

Nach Beschluss der Kirchenleitung endet der Dienst von Dr. Carsten Rentzing als Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens zum 31. Oktober 2019. Der Landesbischof wird bis dahin keine Aufgaben mehr übernehmen. Wie der künftige Dienst von Dr. Rentzing aussehen wird, wird nach seinem Urlaub gemeinsam mit ihm im Landeskirchenamt beraten.

Wir sind dazu aufgerufen, bei allen unterschiedlichen Positionen und Meinungen geschwisterlich und respektvoll miteinander umzugehen. Die Kirchenleitung schließt sich dem Wort der früheren Landesbischöfe Kreß und Bohl an:

„Wir rufen alle Mitglieder der Landeskirche auf, an der Einheit unserer Kirche festzuhalten, ohne den nötigen inhaltlichen Auseinandersetzungen auszuweichen. Dabei muss das Bemühen um Frieden und Versöhnung leitend sein. Zur Richtschnur für den Umgang miteinander kann das biblische Wort für die am 20. Oktober begonnene Woche werden:

Dies Gebot haben wir von Christus, dass wer Gott liebt, dass der auch seinen Bruder und Schwester liebe. (1. Johannes 4, 21)“

Otto Guse
stellvertretender Vorsitzender der Kirchenleitung

Ev.-Luth. Superintendentur Freiberg   |   Untermarkt 1   |   09599 Freiberg

Telefon03731/203920   |   Fax03731/2039212   |   KontaktDiese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen