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Kirche in Sachsen

300. Jahrestag der Abnahme der Großen Silbermann-Orgel durch Johann Kuhnau und Gottfried Ernst Bestell

Große Silbermannorgel großAm Donnerstag, den 14. August jährt sich zum 300. Mal die Prüfung und Abnahme der Silbermann-Orgel im Freiberger Dom durch den damaligen Thomaskantor Johann Kuhnau und den Altenburger Hoforganisten Gottfried Ernst Bestell. Die Domgemeinde Freiberg begeht dieses Jubiläum mit einem Orgelkonzert im Rahmen der Freiberger Abendmusiken. Das Konzert wird durch den Hausorganisten, Domorganist Albrecht Koch gespielt.

Der in Neustrelitz/Mecklenburg lebende Komponist und Musiker Torsten Harder hat den Zyklus „Fünf tanzähnliche Sätze zur Messe" für die Große Silbermann-Orgel komponiert, welcher nun erstmals in Anwesenheit des Komponisten erklingen wird.

Das Programm des Jubiläumskonzertes bringt zwei weitere Protagonisten der damaligen Zeit zu Gehör: So wird Koch Musik von Johann Kuhnau, dem großen Förderer des jungen Silbermanns, spielen. Ebenso erklingt ein Werk von Johann Samuel Beyer, zur damaligen Zeit Domkantor in Freiberg. Die französische Seite der Orgel wird mit Musik von Jean Francois Dandrieu gezeigt. Den Abschluß bildet Musik von Kuhnaus Amtsnachfolger in Leipzig, Johann Sebastian Bach.

Der Leipziger Thomaskantor und Universitätsmusikdirektor Johann Kuhnau und der Altenburger Hoforganist Gottfried Ernst Bestell begannen am 14. August 1714 die mit fast zweijähriger Verspätung fertiggestellte Orgel im Dom zu Freiberg zu prüfen und abzunehmen. Sie nahmen sich zwei Tage Zeit dafür. Das am 17. August erstellte Abnahmegutachten, welches sich heute im Stadtarchiv in Freiberg befindet, ist voll des Lobes: Es vermerkt, dass „...nun dieses Examen, welches sonsten gar selten zu geschehen pfleget, mit gutem Vergnügen und zu des Meisters dieses herrlichen Werkes sonderbarem Ruhme gehalten und beschlossen worden". Am darauffolgenden Sonntag, dem 19. August 1714, erklang die Orgel erstmals in einem Gottesdienst.

Die große Orgel im Dom zu Freiberg mit drei Manualen, 44 Registern und 2.674 Pfeifen war Gottfried Silbermanns erste große Orgel und gilt bis heute als sein bedeutendstes Instrument. 1714 fertiggestellt und geweiht ist sie 300 Jahre später eine der am besten erhaltenen Orgeln der Barockzeit. Größere und tiefgreifende Umbauten blieben dem Instrument drei Jahrhunderte lang erspart, so dass sie sich noch immer nahezu in ihrem Originalzustand befindet, so wie Silbermann sie einst konzipiert und gebaut hatte. Die ungewöhnlich hohe Stimmtonhöhe, fast einen Ganzton über dem heutigen Kammerton a´, ist ebenso erhalten geblieben wie die ungleichschwebende mitteltönige Stimmung. Das Orgelbauhandwerk hatte Gottfried Silbermann bei seinem Bruder Andreas im elsässischen Straßburg erlernt. Beim Bau der Freiberger Domorgel führte er die Klangwelt der französischen Barockorgeln mit mitteldeutsche Einflüssen zusammen. Die zwei scheinbar divergierenden Seelen der Freiberger Domorgel fügen sich zu einem einzigartigen Gesamtklang. Nie wieder hat sich Silbermann später dieses stilvermengenden Konzeptes angenommen. So verfügt die Domgemeinde bis heute über eine Orgel, die auch innerhalb des Silbermannschen Gesamtwerkes eine Besonderheit darstellt. Die Qualität der Orgel und die unvergleichliche Akustik des spätgotischen Kirchenraums verbinden sich zu einem Klang, der weltweit seinesgleichen sucht.

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